La Cueille

Rivarennes, im Tal der Loire

Wunderbare Natur, berühmte Kultur – inmitten des Weltkulturerbes

In einem Haus, in dem einst der große Dichter Beaumarchais lebte


Im Grünen sitzen, essen, trinken, liegen, träumen, reden. Kein Auto stört, kein Lärm. Der Himmel ist blau, der Wein kommt vom Nachbarn, die Kräuter wachsen im eigenen Garten. Es ist ein Paradies. Mitten in Europa gibt es das noch: So gut wie "naturbelassene" Landschaften, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden. Flüsse wie die Loire, der Indre, der Cher, die Vienne und andere - die nicht zubetoniert sind, die in ihrem natürlichen Flussbett fließen mit vielen sich selbst überlassenen stillen Seitenarmen, an deren Ufern Bäume wachsen - keine Fabriken, die ihre Abwässer ableiten. Natur in alter Form.

Hier scheint die Sonne strahlender, der Nachthimmel zeigt Sterne, wie man sie in Deutschland nicht mehr sehen kann, Gemüse und Obst schmecken intensiver, als wir es gewohnt sind - sie kommen nicht aus dem Gewächshaus, sondern wachsen im "Garten Frankreichs", wie das Loiretal genannt wird.

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Das Dorf Rivarennes ist anderthalb Kilometer entfernt. Das Haus gehört mit seinem Garten und Waldstück (insgesamt etwa ein Hektar) zu einem winzigen Weiler von drei Anwesen, abseits von Straßen und Verkehr. Im Dorf gibt es das Nötigste. Doch wer kommt hierher fürs Nötigste? Also direkt zu den Köstlichkeiten: Im Nachbardorf, Lignières, gibt es einen Metzger, wie man ihn in Deutschland kaum mehr findet. Das beste Rind, hervorragendes Geflügel, Lamm, Rillettes, Pasteten ... der Mund läuft einem über, es macht Freude, dem Metzger zuzusehen, er liebt seinen Beruf, ist Genießer seiner eigenen Erzeugnisse. Aber natürlich gibt es genauso Feines für die vegetarische Küche, selbst für Veganer. Auf den Märkten in Chinon und Langeais bietet man alle frischen Gemüsesorten an, die das Herz erfreuen - und fabelhaft frischen Fisch vom Atlantik, der nur zwei Stunden entfernt ist. Die Stände quellen über, Kartoffeln schmecken nach Kartoffeln, hier wird nichts für Supermarktketten gezüchtet, hier kaufen die Einheimischen ein - sie wissen, was vortrefflich ist. Und erst die Croissants, die Baguettes, jeden Morgen frisch gebacken ... Im Herbst wachsen dann in den alten Eichenwälder herrliche, frische Pilze.

Im Haus flackert an kühlen Abenden im historischen, liebevoll restaurierten Salon ein Feuer im Kamin, die Geschichte der so reich gesegneten Landschaft mit ihren zahllosen Schlössern, Klöstern und Manoirs, aber auch mit ihren endlosen Kriegen und Rivalitäten lebt wieder auf - und nun erlebt man dies hier aus der Sicht einer Idylle.

Das war wohl schon im 18. Jahrhundert einer der Gründe, warum es Beaumarchais für eine Reihe von Jahren in dieses Haus zog; die Deutschen kennen ihn vor allem für sein Stück "Der tolle Tag" - Mozarts Vorlage für das Libretto zu "Figaros Hochzeit". Den Neubau, den wir anfügten, kannte er natürlich noch nicht, aber der Zauber ist bis heute erhalten. Jetzt ist Beaumarchais' alter Teil ein einziger, 60 m2 großer Salon mit dem barocken Kamin, vor dem auch der Dichter saß, im Neubau sind die Schlafzimmer, Küche und Bäder.

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Apropos Schlösser: Das nächste Schloss ist Rigny-Ussé, das „Dornröschenschloss“; fast ebenso nahe liegt Azay-le-Rideau, das – abgesehen von Chenonceau (60 km) und Chambord (80 km) – zu den schönsten Loire-Schlössern zählt. Auf der anderen Seite der Loire liegt Langeais mit seinem alten Burg-Schloss (aber auch nicht zu vergessen: ein ausgezeichnetes, unbedingt empfehlenswertes Restaurant: "Au Coin des Halles"), nicht weit davon Rochecotte, das Schloss der Herzogin von Dino, der Geliebten Talleyrands. Etwas weiter nördlich liegt Villandry, dessen Schlosspark wegen seines legendären Ziergemüseparks bewundert wird. Die Abtei Fontevraud ist rund 30 km entfernt (Grablege von Eleonore von Aquitanien und ihrem Sohn Richard Löwenherz). Saché, das „Schreibschloss' von Balzac, liegt ein paar Kilometer hinter Azay-le-Rideau, mit einem altehrwürdigen Restaurant aus dem 12. Jahrhundert ("La douzième siècle"), bekannt auch als Ort, an dem der für seine Mobiles berühmte amerikanische Künstler Alexander Calder lebte. Schließlich Huismes - dort wohnte und malte Max Ernst über 10 Jahre - ist etwa 8 km entfernt.

Kleiner Exkurs: Im Jahre 2000 wurde das Ensemble der Schlösser der Loire - einschließlich des gesamten, weitverzweigten Flusstales bis hin zum Cher, Indre und der Vienne - von der Unesco zum Weltkulturerbe erhoben, auf einer Länge von 280 Kilometern. Rivarennes liegt mittendrin. Die Loire ist etwa drei Kilometer von La Cueille entfernt, der Indre 500 Meter: bis dorthin nichts als Grün. Von Chalonnes-sur-Loire bis nach Sully-sur-Loire reiht sich Schloss an Schloss. Eines prunkvoller, verspielter oder majestätischer als das andere. Die Loire selbst ist der größte zum Atlantik fließende Fluss Frankreichs. 

Während des hundertjährigen Krieges bildete die Loire die Grenze zwischen dem französisch kontrollierten Teil und dem englisch kontrollierten Teil des Landes. Deswegen wurde hier der Bau und Ausbau von Festungsanlagen und Burgen vorangetrieben. Viele dieser Befestigungen dienten dann nach Beendigung des Krieges als Basis für die prachtvollen Renaissanceschlösser. Wegen der landschaftlichen Schönheit lies sich hier im späten 15. bis 16. Jahrhundert der Hochadel nieder und machte das Loiretal zum politischen, höfischen und kulturellen Zentrum Frankreichs. Mehrere Könige residierten in ihren Châteaux an der Loire, im Vergleich zu deren Glanz selbst Paris in diesen Jahren zur "Provinz" verkam.

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Das ursprüngliche Haus verbindet fünfhundertjährige Geschichte - sein altes Gemäuer, der Salon, der Kamin, die Holzdecke - mit der Jetztzeit, mit dem neuen Trakt, seiner modern ausgestatteten Küche, den Schlafräumen. Platz gibt es in Fülle. So wie der Blick ins Freie geht und nicht auf Mauern stößt, so leicht lässt sich hier Entspannen, der Abstand zum Alltag im eng besiedelten und eng getakteten Deutschland wächst mit jedem Tag, an dem man mit Haus und Natur alleine ist. Tatsächlich singen im Mai Nachtigallen, Grillen zirpen, Eulen geben sich das ganze Jahr die Ehre, über den Kies laufen Salamander.

Wer zu sich finden will, der ist hier richtig. Wer mit dem Fahrrad die Region erkunden will, bitte: auf mehr als 800 Kilometer kann man sich an der Loire entlang mit dem Fahrrad bewegen.

Wer die Geschichte der höfischen Kultur erfahren will, macht sich auf zu einer Tour zu den Schlössern. Wie kaum woanders wurde hier Europas Bau- und Lebensstil über eine ganze Epoche geprägt. Frankreich hat jahrhundertelang den Ton angegeben, die höfische Architektur, das Zeremoniell, das Handwerk, die kulturelle Ambition, die Lebensart. Als französische Könige ins Tal der Loire zogen, folgte ihnen der Hochadel nur allzu gern. Jeder wollte mit seinem Bau die Konkurrenten übertreffen. Bis heute ist das Außergewöhnliche jener Zeit geblieben: Eine Naturlandschaft, die sich bei aller Kultivierung ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat und nicht durch Industrialisierung zerstört wurde - und zugleich eine Kulturlandschaft mit einzigartigen Klöstern, Kirchen und Schlössern.

Ein traumhafter Ort für jeden, der seine kostbaren Urlaubstage nicht mit Abertausenden rund um die Meeresküsten teilen will. Für Individualisten, Genießer, Kunstliebhaber, Feinschmecker und Naturfreunde.

Kontakt: Andreas Zielcke (andreas.zielcke@gmail.com) und Christine Zeile (christine.zeile@gmail.com). Weitere Infos: https://www.fewo-direkt.de/ferienwohnung-ferienhaus/p509543

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